Grundlegende Aufbauarten
Für begehbare Terrassen werden in Deutschland zwei Grundaufbauten unterschieden:
Regelaufbau (Warmdach-Prinzip)
Im Regelaufbau liegt die Wärmedämmung unter der Abdichtung:
- Tragkonstruktion (Stahlbetondecke)
- Gefälleschicht (Magerbeton, Leichtbeton oder Schüttung) mit Mindestgefälle 2 %
- Dampfsperre oder Dampfbremse (je nach Nutzung und Beanspruchung)
- Wärmedämmung (druckfest nach DIN EN 13164 oder 13163)
- Abdichtung nach DIN 18531 oder 18533
- Schutzschicht (Schutzmatte, Drainmatte oder Kiesbett)
- Plattenbelag auf Stelzlagern oder im Mörtelbett
Umkehraufbau
Im Umkehraufbau liegt die Dämmung über der Abdichtung:
- Tragkonstruktion
- Gefälleschicht
- Abdichtung
- Filtervlies
- Wärmedämmung aus XPS (druckfest, wasserabweisend)
- Filtervlies oder Trennlage
- Auflast (Kies, Belag)
Der Umkehraufbau schützt die Abdichtung vor Temperaturschwankungen und mechanischer Beanspruchung, erfordert aber wasserresistente Dämmstoffe (XPS).
Dämmstoffe für Terrassen
- XPS (Extrudierter Polystyrol-Hartschaum): Für Umkehraufbau geeignet. Druckfest, sehr geringe Wasseraufnahme. Typische Druckspannungsklassen für Terrassen: CS(10)100 bis CS(10)300.
- EPS (Expandierter Polystyrol-Hartschaum): Für Regelaufbau unter der Abdichtung. Druckfest, aber höhere Wasseraufnahme als XPS. Nur über der Dampfsperre und unter der Abdichtung einzusetzen.
- PIR/PUR-Hartschaum: Schlankste Aufbauten bei hohem Wärmedurchlasswiderstand. Anforderungen an Dampfsperren und Anschlüsse besonders beachten.
- Mineralwolle (Schaumglas): Für hohe Anforderungen an Brandschutz und Dampfdiffusion.
Die thermische Anforderung nach GEG für Dachflächen orientiert sich an Mindest-U-Werten. Bei der Sanierung bestehender Terrassen über beheizten Räumen sind die GEG-Anforderungen zu prüfen, insbesondere wenn mehr als 10 % der Dachfläche erneuert werden.
Typische Planungs- und Ausführungsfehler
- Unzureichendes Gefälle: Weniger als 2 % führt zu stehendem Wasser über der Abdichtung oder dem Belag.
- Fehlende oder falsch angeschlossene Abdichtungsaufkantung an aufgehenden Bauteilen: Mindestens 15 cm über Oberkante Belag erforderlich.
- Nicht fachgerecht angeschlossene Dachabläufe: Abläufe müssen in die Abdichtungsebene einbezogen werden.
- Druckfestigkeit der Dämmung unterschätzt: Stelzlager oder Nutzlasten übersteigen die zulässige Druckspannung des Dämmstoffs.
- Dampfsperren fehlen oder sind falsch positioniert: Besonders kritisch bei Terrassen über beheizten Räumen im Winter.