Terrasse – Außenbereich eines Gebäudes

Grundlegende Aufbauarten

Für begehbare Terrassen werden in Deutschland zwei Grundaufbauten unterschieden:

Regelaufbau (Warmdach-Prinzip)

Im Regelaufbau liegt die Wärmedämmung unter der Abdichtung:

  1. Tragkonstruktion (Stahlbetondecke)
  2. Gefälleschicht (Magerbeton, Leichtbeton oder Schüttung) mit Mindestgefälle 2 %
  3. Dampfsperre oder Dampfbremse (je nach Nutzung und Beanspruchung)
  4. Wärmedämmung (druckfest nach DIN EN 13164 oder 13163)
  5. Abdichtung nach DIN 18531 oder 18533
  6. Schutzschicht (Schutzmatte, Drainmatte oder Kiesbett)
  7. Plattenbelag auf Stelzlagern oder im Mörtelbett

Umkehraufbau

Im Umkehraufbau liegt die Dämmung über der Abdichtung:

  1. Tragkonstruktion
  2. Gefälleschicht
  3. Abdichtung
  4. Filtervlies
  5. Wärmedämmung aus XPS (druckfest, wasserabweisend)
  6. Filtervlies oder Trennlage
  7. Auflast (Kies, Belag)

Der Umkehraufbau schützt die Abdichtung vor Temperaturschwankungen und mechanischer Beanspruchung, erfordert aber wasserresistente Dämmstoffe (XPS).

Dämmstoffe für Terrassen

  • XPS (Extrudierter Polystyrol-Hartschaum): Für Umkehraufbau geeignet. Druckfest, sehr geringe Wasseraufnahme. Typische Druckspannungsklassen für Terrassen: CS(10)100 bis CS(10)300.
  • EPS (Expandierter Polystyrol-Hartschaum): Für Regelaufbau unter der Abdichtung. Druckfest, aber höhere Wasseraufnahme als XPS. Nur über der Dampfsperre und unter der Abdichtung einzusetzen.
  • PIR/PUR-Hartschaum: Schlankste Aufbauten bei hohem Wärmedurchlasswiderstand. Anforderungen an Dampfsperren und Anschlüsse besonders beachten.
  • Mineralwolle (Schaumglas): Für hohe Anforderungen an Brandschutz und Dampfdiffusion.

Die thermische Anforderung nach GEG für Dachflächen orientiert sich an Mindest-U-Werten. Bei der Sanierung bestehender Terrassen über beheizten Räumen sind die GEG-Anforderungen zu prüfen, insbesondere wenn mehr als 10 % der Dachfläche erneuert werden.

Typische Planungs- und Ausführungsfehler

  • Unzureichendes Gefälle: Weniger als 2 % führt zu stehendem Wasser über der Abdichtung oder dem Belag.
  • Fehlende oder falsch angeschlossene Abdichtungsaufkantung an aufgehenden Bauteilen: Mindestens 15 cm über Oberkante Belag erforderlich.
  • Nicht fachgerecht angeschlossene Dachabläufe: Abläufe müssen in die Abdichtungsebene einbezogen werden.
  • Druckfestigkeit der Dämmung unterschätzt: Stelzlager oder Nutzlasten übersteigen die zulässige Druckspannung des Dämmstoffs.
  • Dampfsperren fehlen oder sind falsch positioniert: Besonders kritisch bei Terrassen über beheizten Räumen im Winter.

Weiterführende Quellen